Pausen der Stille
1. Juni 2026Der Ursprung allen Konflikts zwischen mir und meinen Mitmenschen ist,
dass ich nicht sage, was ich meine,
und dass ich nicht tue, was ich sage.
Martin Buber
Von Konflikten bleiben wir nicht verschont, wenn wir versuchen allen alles recht zu machen. Das Gegenteil ist der Fall. Wer everybodys darling sein will, sagt nicht, was er meint und tut nicht, was er sagt, sondern sagt und tut das, was dem anderen gefällt. Vielleicht bekommt er so keinen Konflikt mit anderen aber sicher mit sich selbst einen inneren Konflikt. Das kostet Kraft, brennt aus, führt zu einem Gefühl innerer Leere und macht unglücklich. Man lebt gegen sich selbst, ist nicht authentisch und kann nicht mehr erkennen was sinnvoll ist.
In ihrem lesenswerten Buch „Der Schlüssel zu einem sinnvollen Leben“ schreibt Dr. Elisabeth Lukas:
„In kleinen Pausen der Stille zwischendurch zeichnet sich der Sinn klarer ab als im Alltagsgetriebe, der eine Sinn, den es in der einen, der jeweiligen Zeit zu erfüllen gilt, mit ganzem Herzen und ohne schlechtes Gewissen in Bezug auf zweite, dritte und vierte Sinnmöglichkeiten, die gerade nicht an der Zeit sind.“ (Elisabeth Lukas)
Kleine Pausen der Stille lassen uns erkennen, was jetzt für uns dran und verantwortbar ist und wie wir es sagen und tun können. Sicher kennen Sie den Rat bei schwierigen Entscheidungen erst einmal eine Nacht darüber zu schlafen. Auch die Nachtruhe ist eine Weise innezuhalten, um klarer zu erkennen, was sinnvoll ist.
Innehalten, erkennen, was verantwortbar und sinnvoll ist und im Sprechen und Tun nach der Erkenntnis handeln. So finden wir den Mut mit Wohlwollen zu sagen, was wir meinen und zu tun, was wir sagen ohne den anderen durch diese Ehrlichkeit und Treue zu uns selbst zu verletzen. Wenn wir dann auch tun, was wir sagen und uns dabei an unserer Verantwortung orientieren, entsteht eine Atmosphäre der Verlässlichkeit. Wir selbst und andere erleben uns als authentisch. Vielleicht können wir so nicht jeden Konflikt vermeiden, aber wir werden konfliktfähiger und toleranter. Es gelingt uns leichter, die Andersartigkeit des anderen zu akzeptieren und anzuerkennen und wir werden dadurch möglicherweise sogar bereichert. Wir werden selbstbewusster und zugleich achtsamer, kreativer und wertschätzend gegenüber uns und den anderen. Die anderen und wir selbst sind es wert, dass wir aufrichtig sind. Das macht uns konfliktfähig aber auch authentisch, wohlwollend und tolerant.
Gönnen Sie sich kleine Pausen der Stille! Stille ist sehr wohltuend und klärt unseren Verstand und unser Herz.
Wenn Sie mit Pausen der Stille noch keine Erfahrung haben, fangen Sie einfach mit kurzen Pausen an. Wenn Sie möchten, schließen Sie die Augen und werden Sie für ein paar Minuten still!
Innehalten lohnt sich. Praktizieren Sie das Innehalten, ganz bewusst. Lernen Sie auf Ihr Herz zu hören!
Lernen Sie zu erkennen, was jetzt für Sie dran und verantwortbar ist!
Leben Sie authentisch!
